YEARS OF CONSTRUCTION

YEARS OF CONSTRUCTIONYEARS OF CONSTRUCTION
Heinz Emigholz, D 2019, 93 min

Über den Film: YEARS OF CONSTRUCTION widmet sich dem Prozess der schrittweisen Entwicklung eines Museumsneubaus am zentralen Mannheimer Friedrichsplatz in den Jahren 2013 bis 2018. Er zeigt den renovierten Jugendstilbau von 1907 im Kontext mit einem Erweiterungsbau aus den 1980er Jahren, der zusammen mit einem darunterliegenden Nazibunker zu Beginn der Drehzeit abgerissen wird. Nach dem Abriss wird der Neubau des von gmp gestalteten Museums zum Hauptthema des Films, von der Aushebung der Baugrube bis zur Eröffnung der ersten Ausstellung, in den Wiederholungsschleifen einer begleitenden Betrachtung. Vorher und Nachher werden in dreiundneunzig Minuten zusammengerafft und vergleichbar gemacht, und verschwinden nicht in nebulösen Zeitfenstern.
YEARS OF CONSTRUCTION beginnt und endet mit Bildern der Stadt Mannheim, die auf dem Höhepunkt ihrer industriellen Entwicklung eines der ersten Bürgermuseen der europäischen Moderne gründete. Unter dem Motto „Kunst für alle“ entwickelte sich die Kunsthalle Mannheim am Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur zu einer Avantgarde-Institution in der Definition und Rezeption der Moderne, sondern zugleich auch zur Vorkämpferin für kulturelle Volksbildung. Über 100 Jahre später beobachtet Heinz Emigholz in seinem ersten Langzeitprojekt den Prozess ihrer materiellen und geistigen Transformation.
Fünf Baujahre lang begleitet seine Kamera die schrittweise Entwicklung am Friedrichsplatz: vom generalsanierten Jugendstilbau und der Abschiedsausstellung „Nur Skulptur!“ 2013 über den Abriss des Erweiterungsgebäudes der 1980er Jahre bis hin zum im Juni 2018 eröffneten Neubau. Dabei schweift der Blick des Regisseurs durch die Zwischenräume und Öffnungen der entstehenden Museumsarchitektur immer wieder in den Stadtraum aus. Emigholz‘ eigensinnige, konzentrierte Dokumentation zeigt die Kunsthalle als Erweiterung des urbanen Raums mit anderen Mitteln und nach eigenen Gesetzen: Das „Museum in Bewegung“ antwortet der Stadt mit Offenheit, Mehrdeutigkeit und Eigendynamik.

Architekt des Jugendstilbaus von 1907: Hermann Billing
Generalsanierung 2010–2013: Pitz & Hoh Architektur und Denkmalpflege GmbH
Architekten des Neubaus 2014–2017: gmp Architekten – von Gerkan, Marg und Partner

DVD: Menügestaltung, Authoring, Premastering / Filmgalerie 451 / 05-02-2019

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