ORG

OGORG, Fernando Birri, It 1967-1987, 177 min  

Fernando Birris ORG ist ein monströser, seit seiner Uraufführung beim Festival von Venedig 1979 äußerst selten gezeigter, knapp dreistündiger Film. Der heute 91-jährige Regisseur, Dichter, Maler, Lehrer und Gründer von Filmschulen gilt seit seinem Debütfilm Tire Dié als eine zentrale Figur des lateinamerikanischen Kinos. Für Birri war der Film das Ergebnis seiner italienischen Exilerfahrung: „Der Film ORG ist ein Alptraum mit geschlossenen Augen, weil er zu den schrecklichsten Augenblicken meines Lebens zählt, zu meinem zweiten Exil, das sehr lange dauerte.“ Die Geschichte von ORG basiert auf einer antiken indischen Legende, die auch Thomas Mann in seiner Erzählung „Die vertauschten Köpfe“ aufgegriffen hat. Vor allem aber ist der Film ein Wahrnehmungsexperiment mit über 26.000 Schnitten und knapp 700 Tonspuren.
Teils finanziert vom Hauptdarsteller Mario Girotti, auch bekannt als Terence Hill, ermöglicht ORG einen kaleidoskopartigen Einblick in die experimentellen, ästhetischen und politischen Strömungen der 1970er Jahre.

Birri überließ dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. 1991 eine 35-mm-Kopie des Films, die im Rahmen des Projekts „Living Archive“ digitalisiert wurde. Zur Berlinale erscheint auch die DVD des Films.

DVD: Menügestaltung, Authoring, Premastering / Filmgalerie 451  / 17-02-2017

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CAMERA THREAT

CAMERA THREATCAMERA THREAT, Bernd Lützeler, D 2017, 29 min  

Premiere: Berlinale, Forum Expanded, Februar 2017

Irgendwo in den eher trostlosen Sphären der Filmindustrie in Mumbai, umgeben von Starkult, Aberglaube und dem täglichen Verkehrskollaps, ergründet Camera Threat das ambivalente, oft auch paranoide Verhältnis dieser Filmmetropole mit dem bewegten Bild an sich. Abgesetzt auf einer Casting-Couch, verlieren sich zwei Schauspieler in ihren improvisierten Dialogen über eine Welt, in der die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion schon längst nicht mehr zählen. Ein erweiterter Multi-Genre-Film unter Berücksichtigung der Regeln der sogenannten Masala-Formel, bekannt aus dem indischen Unterhaltungskino.

Mehr zum Film

DCP-Produktionen / No Masala  / 09-02-2017

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STIGMA

STIGMASTIGMA, Peter Jeschke, 2018, 26 min  

Kinostart: Februar 2017

Ein Tonstudio. Zwei Notenständer. Zwei Mikrofone. Zwei Männer. Der eine um die 40, der andere Ende 60. Der jüngere fragt, neugierig und interessiert. „Wann hast du deine Neigung entdeckt?“ „Bist du deinen Fantasien einmal nachgegangen? „Hast du mal versucht das zu realisieren?“ „Wie hat deine Frau reagiert?“ Der ältere antwortet: Direkt. Offen. Schonungslos mit sich selbst. Er ist pädophil. Fühlt sich sexuell zu jungen Mädchen hingezogen, seit er selbst ein Teenager war. Jahrelang hat er dagegen angekämpft, hat lange gehofft, dass das wieder weg geht. Aber es ging nicht weg. Auch nicht vom Alkohol. Der Mann hat Schuld auf sich geladen. Er hat seine eigene Tochter sexuell missbraucht. Und muss damit leben. Er hat eine Therapie gemacht und dadurch gelernt seine sexuelle Neigung zu akzeptieren, sie zu kontrollieren. Er hat andere Männer getroffen, denen es genauso wie ihm geht. Und er hat gelernt, dass seine sexuelle Präferenz nicht geheilt werden kann, dass er aber Verantwortung für sein sexuelles Verhalten übernehmen kann. Er kämpft, will ein guter Mensch sein. Doch er muss damit leben, was er seiner eigenen Tochter angetan hat. Er stellt sich dieser Auseinandersetzung, akzeptiert, dass seine Tochter ihn nicht sehen will und steht zu seiner Schuld.
Kann jemand, der so große Schuld auf sich geladen hat, überhaupt noch glücklich werden? Und darf er das? Das Gespräch hat wirklich stattgefunden. Im Sommer 2015 am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité haben wir mit einem Patienten des Präventionsprojekts „Kein Täter werden“ gesprochen. Vier Mal, insgesamt rund zehn Stunden lang. Die Schauspieler Godehard Giese (Fragen) und Hendrik Arnst (pädophiler Mann) lesen den dabei entstandenen und lediglich gekürzten Originaltext.

 

Mehr zum Film: stigma-der-film.de

DCP- & BD-Produktion / daredo, Darling Berlin  / 27-01-2017

 

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AUGUST

AUGUSTAUGUST, Omer Fast, D 2016, 15 min

"Ausgangspunkt des in 3D aufgenommenen neuen Projektes sind Leben und Werk des bekannten Kölner Fotografen August Sander (1876-1964). In surrealen Traumsequenzen wird der Künstler am Ende seines Lebens vom Tod seines Sohnes und seiner fotografierten Figuren heimgesucht."

3D-DCP- Produktionen / Filmgalerie 451  / 13-01-2017

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TREPPE AUFWÄRTS

TREPPE AUFWÄRTSTREPPE AUFWÄRTS, Mia Maariel Meyer, D 2015, 92 min

Adam ist ein Zocker. Er manipuliert Spielautomaten und tilgt somit den Schuldenberg, den sein einst spielsüchtiger Vater Woyzeck angehäuft hat. An Demenz erkrankt fristet dieser ein eingesperrtes Dasein in ihrem kleinen Familienhaus am Rande der Plattenbauten. Das eingespielte Leben der Beiden gerät ins Wanken als Adams sechzehnjähriger Sohn Ben vor der Tür steht. Adams Versuche Ben ein Vater zu sein missglücken und drängen Ben zur Kiezgrösse Bardo, der ihn in seine kriminellen Machenschaften zieht. Adam macht sich auf den Weg und kämpft um seinen Sohn.

Der Film “Treppe Aufwärts” erzählt eine 3-Generationen Geschichte, in der die schicksalhafte Vergangenheit des Großvaters das Leben seines Sohnes und Enkels zerrüttet hat. Eine Geschichte über Loyalität, Hoffnung und das Streben nach Glück …

DVD: Menügestaltung, Authoring, Premastering / missingFILMs / 04-01-2017

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LICHTGESTALTEN

LICHTGESTALTENLICHTGESTALTEN, Christian Moris Müller, D 2015, 81 min

Katharina (Theresa Scholze) und Steffen (Max Riemelt) sind ein aufstrebendes Berliner Paar. Sie haben gute Jobs, eine liebevolle Beziehung – eine Dachgeschosswohnung auf zwei Etagen. Doch die beiden sehnen sich danach, der wohligen Vorhersehbarkeit ihres Lebens zu entkommen. Eines Nachts entschließen sie sich zu einem radikalen Schritt: Sie werden jegliche Zeichen ihrer Existenz vernichten, um irgendwo anders neu anzufangen. Die beiden richten eine Kamera ein, um ihre Tat zu filmen, in der Hoffnung, dass auch andere ihnen folgen. Sie beginnen ihr Eigentum zu zerstören, lösen die Bankkonten auf und löschen ihre digitalen Spuren. Auch dem besten Freundespaar Robert und Paul wollen sie verschweigen, dass sie für immer verschwinden werden. Während alles in Stücke splittert, nimmt ihr Vorhaben fast unmerklich eine Wendung: Die heimliche Revolution wird zum Kampf um ihre Liebe.

DVD: Menügestaltung, Authoring, Premastering / missingFILMs / 04-01-2017

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BABAI

BABAIBABAI, Visar Morina, 2015, 104 min

Der zehnjährige Nori und sein Vater Gezim verkaufen zusammen Zigaretten auf den Straßen des Vorkriegskosovo der 90er Jahre. Auf Noris Mutter möchte Gezim nicht angesprochen werden. Der Vergangenheit zu entfliehen gehört zur Stärke des Vaters. Nun will er dem Kosovo entfliehen, ohne Nori. Doch der Sohn stellt sich quer und versucht mit allen Mitteln ihn davon abzuhalten. Es kommt zu einem Unfall. Der entsetzte Vater bringt er seinen Sohn ins Krankenhaus. Als Nori entlassen wird, ist sein Vater heimlich gegangen. Voller Wut und Entschlossenheit folgt er ihm auf diese gefährliche Reise und findet tatsächlich seinen Vater in Deutschland wieder. Mit kindlicher Konsequenz konfrontiert er ihn mit seiner Tat, die er ihm nicht verzeihen kann.

 

DVD: Menügestaltung, Authoring, Premastering / missingFILMs / 15-12-2016

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DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

DER FLIEGENDE HOLLÄNDERDER FLIEGENDE HOLLÄNDER
(CHRISTOPH SCHLINGENSIEF - DVD EDITION 2016)
Christoph Schlingensief, D 2007, 429 min

Die legendäre Opernaufführung am Amazonas in Manaus.

"Der deutsche Wagner nach Reinheitsgebot und Manaus unter seiner Dunstglocke, das passt nicht, das stößt sich - und ist gerade darum Energie pur.“ Christoph Schlingensief

Mit seinen Theater- und Kunstaktionen, als Film- und Opernregisseur hat Christoph Schlingensief über zwei Dekaden den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland geprägt. Seine zweite Wagner-Arbeit, “Der fliegende Holländer”, realisiert er im Rahmen des XI. Festival Amazonas de Ópera in Manaus (Brasilien).

Im April 2007 inszeniert Schlingensief Wagners Oper in Manaus. Dafür verlässt er die Oper. Er geht in den Dschungel und auf den Rio Negro. Erst dann kehrt er ins legendäre Teatro Amazonas zurück. Im Laufe der Arbeit dreht er 18 Kurzfilme, die Ende 2007 auch in seine Installation “Trem Fantasma” in São Paulo einfließen, eine Operngeisterbahn, mit der er der Oper die Oper austreibt, um ihr Überleben zu sichern.

DVD: Menügestaltung, Authoring, Premastering / Filmgalerie 451 / 31-10-2016

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DIE 120 TAGE VON BOTTROP

Die 120 Tage von BottropDIE 120 TAGE VON BOTTROP
(CHRISTOPH SCHLINGENSIEF - DVD EDITION 2016)
Christoph Schlingensief, D 1997, 200 min

Der letzte Neue Deutsche Film

"Ich finde, dass Fassbinder falsch eingestuft wird, daß er ein Zyniker war und die ganzen Genres noch mal abgeklopft hat, um zu sehen, was drin ist, und sich dann ins All katapultiert hat.“  Christoph Schlingensief 

Mit seinen Theater- und Kunstaktionen, als Film- und Opernregisseur hat Christoph Schlingensief über zwei Dekaden den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland geprägt. Sein neunter Spielfilm, “Die 120 Tage von Bottrop”, ist Hommage und Abgesang an Fassbinder – und zugleich ein harter Schlag gegen die deutsche Filmkunst.

Die Überlebenden der Fassbinder-Familie finden sich noch einmal zusammen, um auf der Großbaustelle Potsdamer Platz den letzten Neuen Deutschen Film zu drehen, ein Remake von Pasolinis “Die 120 Tage von Sodom”. Alles geht schief: Regisseur Schlingensief wird zum Aufnahmeleiter degradiert und durch einen gewissen Sönke Buckmann ersetzt, dem Katja Riemann prompt den Bundesfilmpreis überreicht. Film als Albtraum – oder umgekehrt.

DVD: Menügestaltung, Authoring, Premastering / Filmgalerie 451 / 31-10-2016

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LUCA TANZT LEISE

LOTTELUCA TANZT LEISE  Philipp Eichholtz, D 2016, 90 min

Kinostart: November 2016

Wann gelingt es eigentlich, dieses „Leben“? Wenn man Mathe versteht und das Abi schafft? Wenn man weiß, wie man sich krankschreiben lässt, um die Prüfungen zu verschieben? Wenn man den richtigen Typen findet, der einen liebt und begehrt – und der kein Arschloch ist?

Luca (Martina Schöne-Radunski) weiß ziemlich gut, wie das ist, wenn Dinge wie Aufstehen, Essen, Anziehen einfach nicht funktionieren. Es gab zehn dunkle Jahre in ihrem Leben. Nun hat sie ihren kleinen Hund Mata, den sie aus einer Tötungsstation in Bulgarien gerettet hat. Und für den steht sie auf und geht mit ihm raus. Zudem versucht sie es mit dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Damit es nicht an Mathe scheitert, schließt Luca mit ihrem Sitznachbarn Kurt (Hans-Heinrich Hardt) einen Deal: Sie hilft ihm mit Englisch. Dafür erklärt er ihr Mathe. Außerdem ist er ein verlässlicher Freund. Etwa, wenn wieder dieser aggressive Typ an ihrer Tür klingelt. Und erst recht, wenn es richtig schlimm kommt für Luca.

DCP-Produktion / daredo / darling berlin  / 10-15-2016

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